Eckdaten

Entstehungszeit: 2014/16

Kostenrahmen: € 35.000,-

Auftraggeber: Landeshauptstadt München, Baureferat

Konzept und Realisierung: Peter Götz und Elisabeth Lukas-Götz

Mitarbeit: Nikodemus Löffl, Wartenberg; Berufsbildungswerk München Musenbergstraße; Gerhard Wandinger, Dorfen; Markus Möslein, Claudius Karlinger, Tessa Heindle, alle München

Bau: Kaufmann – Architekten, München

Kind, Kunst und Garderobe

Überzeugt, dass Kinder im Alter zwischen 0 und 3 Jahren auch ihre dingliche Umgebung tief und mit großer Intensität wahrnehmen, ohne dass man vorhersagen kann, in welcher Weise diese Eindrücke in ihrem späteren Leben eine Rolle spielen werden, wollten wir auf keinen Fall mit einer konfektionierten Lösung antworten, die nur den vordergründigen Nutzen bedient, sondern den Menschen als Ganzes ansprechen, mit seinen Sinnen, und den Raum zu einem Empfang für kleine Menschen machen.

Die von uns gesetzten Impulse knüpfen an eine körperbezogene und stark mit den Händen erkundende, spielerische Aneignung der Welt durch die Kinder an. Wenn man von den versammelten Gegenständen aus der Alltagswelt absieht, die zum Fühlen und Tasten einladen, ist nahezu alles, was wir eingebracht haben, individuell von Hand gefertigt und persönlich geformt: von Menschen für Menschen gemacht. Dabei war uns wichtig, den Arbeits- und Formungsprozess sichtbar zu lassen, als Anregung und Material für die Wahrnehmung und sich entwickelndes Verstehen.

Das organische Material Holz bestimmt in sehr unterschiedlicher Bearbeitung, Form und Größe, einmal auf den Körper, das andere Mal auf die Hand abgestimmt, zusammen mit einer klaren und doch nuancierten Farbigkeit und einer alles erfassenden Rythmisierung den Raumeindruck.

Unser Bemühen war, einen Raum zu schaffen, in dem sich Kinder und Erwachsene angesprochen und wohl fühlen und der zugleich vermittelt, dass Kinder und ihre Entwicklung im Zentrum dieses Hauses stehen.

Warum wir der Arbeit den klingenden Namen papperlapapp gegeben haben?
Weil er in seiner lautmalerischen Frische an kindlich-selbstbewußte, anarchische Unbekümmertheit erinnert: alles ist möglich! - eine phaszinierende Haltung der Offenheit im Bewußtsein, von der auch Künstler träumen.

 

Bildnachweise: 1, Stefan Schumacher, München; 2-8, sehen + verstehen, München

 
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Garderobe und Spielflur in der Kinderkrippe am Hans-Goltz-Weg 1 in München