Eckdaten

Auslober: Stadt Heilsbronn

Wettbewerb: 2010 / 2. Platz

Kostenrahmen: € 75.000

Konzept: Peter Götz

Anlass

Zur Wiedergewinnung eines 1631 verlorengegangenen, die Identität des Orts aber bis heute bestimmenden Dreischalenbrunnens lobt die Stadt im Rahmen der Neuordnung des Bereichs des vormaligen Klosters einen Kunstwettbewerb aus.

Das abhanden gekommene Exemplar gehört zu den in Klöstern der Zisterzienser obligaten, vom Kreuzgang abzweigenden Brunnen mit eigener Einhausung.

Der eigene Vorschlag

„Eine helle, leichte, majestätische Skulptur aus Edelstahl erhebt sich aus einem dunklen Wasserbassin. Ihre Silhouette erinnert an Brunnen, wie es vor der Zeit auch an diesem Ort einen gegeben hat. Die konkrete Form ist eine freie Erfindung, die sich historischer Gestaltprinzipien bedient, was die angedeutete Anordnung der Massen angeht, den Wechsel zwischen Stele und Schale und ihre sich verjüngende und beschleunigende Stapelung. Die Nähe zu liturgischen Gerätschaften ist augenfällig.

Durch die Umsetzung als Gitterwerk entsteht eine frappierende Spannung zwischen da- und nicht da-sein, die auf eigenartige Weise mit der Tatsache korrespondiert, dass die Schalen leer sind und das Wasser der Brunnenskulptur zu Füßen liegt.

Die reduzierte Materialität und die unverstellte Nacktheit (unbeeinträchtigt von Überformungen durch Wasser) verschieben die Aufmerksamkeit auf das Erleben der Form, ihr Schwingen, auf die Balancen der Gewichte, ihr Streben nach oben, auf ihren geistigen Gehalt.

Ich wollte den spirituellen Charakter des Orts spürbar machen, ohne über den unwiderbringlichen Verlust hinwegzutäuschen. Mir scheint, dass die „Unvollendetheit“ des Objekts und die Fragen, die es aufwirft, ein sehr produktiver Ersatz sind.“ (Wortlaut des Wettbewerbsbeitrags)

 

Bildnachweis:
Foto: sehen + verstehen, München

 
DREISCHALENBRUNNEN / Heilsbronn
Brunnen im Hof des rekonstruierten Kreuzgangs des ehemaligen Zisterzienserklosters Heilsbronn