Eckdaten

Auftraggeber: Bistum Würzburg. Leitung: Prof. Dr. Johannes Merz

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Rainer Leng

Ausstellungsgestaltung: Peter Götz, Elisabeth Lukas-Götz

Projektumfang: Raumkonzept, Ausstellungsarchitektur, Grafik, Licht, technische Medien

Projektdauer: 2014-2017

Projektpartner:
Ausstellungsbau,
Fa. Endres, Würzburg.Szenographische Bauten, Gerhard Wandinger, Dorfen. Metallbau, Kunstschmiede Schrepfer. Grafikproduktion, Fa. Höhn, Kitzingen; Hahn Media, Veitshöchheim. Vitrinen, Glasbau Hahn, Frankfurt. Leihvitrinen, promuseo, Xanten. Beleuchtung, Lichtraum, München; Hans-Peter Krämer, Neufahrn. Technische Medien, AV Schröder, Osterholz-Scharmbeck. Medienproduktionen, p.medien, München; Fernsehredaktion des Bistums Würzburg; Goldenbaum Media, Pforzheim. Werbegrafik, atelier zudem, Kitzingen; u.v.a.

Aufgabe

Die wissenschaftlich kritische Ausstellung ist Teil eines umfassenden Gedenkens, das das Bistum Würzburg aus Anlass des 400. Todestags von Fürstbischof Julius Echter begeht, einer wirkungsmächtigen und für Unterfranken bedeutsamen Persönlichkeit der Zeit der Konfessionalisierung, deren Erinnern immer noch polarisiert.

In 6 Kapitel (verteilt auf 2 Ebenen) gliedert die Ausstellung ihr Thema und verschränkt dabei biographische Passagen mit einer strukturellen Betrachtung von Echters Herrschaft. Darunter findet sich die Doppelgestalt seiner Herrschaft mit den Sphären "weltlich" und "geistlich" genauso wie der ausdrückliche Blick auf die Opfer bzw. Verlierer von Echters Politik.

Die versammelten Leihgaben - darunter aus London, Oxford und Jerusalem - stammen aus regionalen und überregionalen Museen und Einrichtungen, aus staatlichen, kirchlichen und kommunalen Archiven und Bibliotheken sowie aus regionalen Kirchenstiftungen.

Ihre konservatorischen Erfordernisse prägen die Ausstellung in besonderer Weise. Unmittelbar augenfällig ist die dunkle Grundstimmung im Raum, aber auch die aus Kostengründen zusammengefasste Präsentation verschiedener Exponate in einer klimatisierten Vitrine.

Es war ein besonderes gestalterisches Anliegen, angesichts der Fülle des ausgebreiteten Materials die Wahrnehmung des Besuchers zu entlasten und ihn von einer automatischen Stück-für-Stück-Wahrnehmung der Ausstellungsobjekte abzubringen, indem man durch geeignete Gruppierung und Zäsuren Sinneinheiten erkennbar macht. Auch szenographische Bilder, die verschiedene Objekte zusammenfassen und über die hergestellten Bezüge deuten, wirken hierbei mit und begleiten beim Gang durch die Ausstellung. Viele liegen am Ende einer Weg- und Sichtachse und bilden im Raum orientierende Wegmarken.

In der Mischung von Originalen - seien es Bücher, Handschriften, Bilder, Sakralgegenstände, Textilien u.a. mehr -, den eigens für die Ausstellung entworfenen Großinszenierungen und den unterschiedlichen Medienstationen - von der digitalen zum eigenen Erkunden animierenden Karte mit Echterbauten in Unterfranken über Hörstationen, die die Quellen der Frühen Neuzeit lebendig werden lassen, oder Filmsequenzen bis hin zu den Interviewstelen, in denen dem Besucher Menschen von heute entgegentreten und über ihr Verhältnis zu Julius Echter berichten -, mit all diesen Mitteln versucht die Ausstellungsgestaltung den Stoff lebendig, ansprechend und abwechslungsreich zu machen.

Um auch für ein internationales Publikum verständlich zu sein, sind alle erläuternden Dokumente (Einführungen, Biogramme, didaktische Karten) deutsch und englisch gesetzt und auch der Audioguide steht in zwei Sprachen zur Verfügung.

 

 

Bildnachweis:
Fotos: sehen + verstehen, München

 
Julius Echter (1573-1617). Der umstrittene Fürstbischof. Eine Ausstellung nach 400 Jahren.
Museum am Dom, Würzburg. 22.6.2017 bis 17.9.2017